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Leistungskatalog/Position 10

Öl- und Filterwechsel

Motoröl ist kein Verbrauchsartikel, den man nach Gefühl nachfüllt – es ist ein Bauteil im flüssigen Zustand. Es schmiert, kühlt, dichtet ab und transportiert Schmutz. Verliert es diese Eigenschaften, merkt der Motor es zuerst an den Lagerstellen, und dort wird es teuer.

Position
10 / 15
Ausführung
Berlin · Groß Kreutz
Arbeitsschritte
7

Befund

Warum Öl altert, auch wenn es noch gut aussieht

Frisches Öl ist honigfarben, gebrauchtes ist schwarz – aber die Farbe sagt fast nichts über die Qualität. Was zählt, sind die Additive: Zusätze, die Schmutz in der Schwebe halten, Säuren neutralisieren und den Schmierfilm auch bei Hitze stabil halten. Diese Zusätze werden aufgebraucht.

Der Schmierfilm ist dünner als ein Haar

Zwischen Kurbelwelle und Lagerschale liegt kein Metall auf Metall, sondern ein hauchdünner Ölfilm, der durch den Druck der Pumpe aufrechterhalten wird. Reißt dieser Film – weil das Öl zu heiß, zu alt oder zu wenig ist – berühren sich die Metallflächen. Was dabei entsteht, sind Riefen und Späne, und die wandern durch den ganzen Kreislauf.

Der Filter kann volllaufen

Der Ölfilter hält Abrieb und Rußpartikel zurück. Ist er gesättigt, öffnet ein Umgehungsventil, damit der Motor überhaupt Öl bekommt – dann läuft ungefiltertes Öl durch die Lager. Das ist als Notlösung gedacht, nicht als Dauerzustand. Deshalb gehört der Filter immer mit gewechselt, nicht nur das Öl.

Turbo und Kettenspanner reagieren zuerst

Bauteile mit engen Kanälen sind besonders empfindlich: Der Turbolader läuft mit sehr hoher Drehzahl und wird ausschließlich durch Öl geschmiert und gekühlt; Kettenspanner arbeiten mit Öldruck. Verkokungen aus altem Öl setzen genau diese feinen Kanäle zu – und der Schaden erscheint dann als Turbodefekt oder als übersprungene Steuerkette, nicht als Ölproblem.

Falsches Öl kann teurer sein als altes Öl

Moderne Motoren sind auf eine bestimmte Ölspezifikation ausgelegt – bei Fahrzeugen mit Partikelfilter etwa auf aschearme Sorten. Ein Öl mit falscher Freigabe kann den Partikelfilter zusetzen oder den Verschleißschutz verfehlen. Wir arbeiten deshalb nur mit der Sorte, die für Ihr Fahrzeug freigegeben ist.

Aufbau

Wohin das Öl im Motor läuft

Der Weg ist ein Kreis: aus der Wanne über die Pumpe durch den Filter zu allen Schmierstellen und zurück. Jede Engstelle in diesem Kreis ist ein möglicher Schadensort.

Öl- & Filterwechsel in der Werkstatt – mit künstlicher Intelligenz erzeugtes Bild
Mit künstlicher Intelligenz erzeugtes Bild – keine Aufnahme aus unseren Werkstätten
Schema des Ölkreislaufs mit Ölwanne, Pumpe, Filter, Lagerstellen und Turbolader sowie Filterschnitt
Die Pumpe saugt das Öl aus der Wanne und drückt es durch den Filter. Von dort verteilt es sich über Kanäle zu den Lagerstellen, zur Nockenwelle und – falls vorhanden – zum Turbolader. Rechts der Filter im Schnitt: Das Öl tritt außen ein, wandert durch das Faltenpapier und verlässt ihn in der Mitte gereinigt. Das rot markierte Umgehungsventil öffnet, wenn der Filter zu ist, und lässt dann ungefiltertes Öl durch.

Anzeichen

Zeit für einen Ölwechsel, wenn …

  • die Serviceanzeige den Ölwechsel meldet
  • der Ölstand am Messstab merklich gesunken ist
  • das Öl beim Nachsehen dünnflüssig wirkt oder nach Kraftstoff riecht
  • der Motor im Kaltlauf lauter arbeitet als früher
  • das Fahrzeug überwiegend im Kurzstreckenverkehr läuft – dort altert Öl schneller
  • Sie ein Gebrauchtfahrzeug übernommen haben und die Vorgeschichte nicht kennen
  • die Ölkontrollleuchte kurz aufflackert – dann bitte sofort und nicht erst zum nächsten Termin
Öl- & Filterwechsel: das Bauteil aus der Nähe

Arbeitsschritte7 Schritte

So gehen wir vor

  1. 01Freigegebene Ölspezifikation und Füllmenge für Ihr Fahrzeug ermitteln.
  2. 02Motor auf Betriebstemperatur bringen, damit das Öl mit dem Schmutz vollständig abläuft.
  3. 03Altöl ablassen oder absaugen, Ablassschraube mit neuem Dichtring versehen.
  4. 04Filter wechseln – bei Wechselfiltern das Gehäuse reinigen und die Dichtung erneuern.
  5. 05Neu befüllen, Stand kontrollieren, auf Dichtheit prüfen, Serviceanzeige zurücksetzen.
  6. 06Sichtprüfung des Umfelds: Wo Öl steht, verrät sich oft eine undichte Stelle, die man sonst erst spät findet.
  7. 07Altöl fachgerecht entsorgen und die verwendete Sorte auf der Rechnung dokumentieren.

Nachgefragt2 Fragen

Das werden wir oft gefragt

Kann ich mein eigenes Öl mitbringen?

Grundsätzlich ja. Wir prüfen dann, ob die Spezifikation für Ihr Fahrzeug freigegeben ist – passt sie nicht, sagen wir es Ihnen, bevor es eingefüllt wird. Für Öl, das Sie selbst besorgen, können wir naturgemäß keine Gewährleistung übernehmen.

Absaugen oder ablassen – was ist besser?

Beides ist zulässig; entscheidend ist, was der Hersteller für das Fahrzeug vorsieht und wie die Ölwanne konstruiert ist. Wo eine Ablassschraube vorhanden und zugänglich ist, lassen wir ab, weil Ablagerungen am Wannenboden dabei besser mit herausgehen.

Termin

In welcher Filiale möchten Sie vorbeikommen?

Ölwechsel bekommen wir in der Regel kurzfristig dazwischen. Nennen Sie uns Ihr Fahrzeug, dann haben wir Öl und Filter bereit, wenn Sie kommen.

Berlin & Brandenburg

Zwei Werkstätten,
ein Anspruch

Beide Standorte arbeiten nach denselben Vorgaben, mit denselben Diagnosegeräten und demselben Anspruch an saubere Arbeit. Kommen Sie dorthin, wo es Ihnen besser passt.

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