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Leistungskatalog/Position 11

Bremsenservice & Bremsenprüfstand

Die Bremse ist das einzige Bauteil an Ihrem Auto, das im Notfall alles entscheidet – und das einzige, dessen Verschleiß Sie im Alltag kaum bemerken. Wir messen, statt zu schätzen: auf dem Bremsenprüfstand wird sichtbar, was beim Bremsen an jedem einzelnen Rad wirklich passiert.

Position
11 / 15
Ausführung
Berlin · Groß Kreutz
Arbeitsschritte
7

Befund

Eine Bremse wird nicht plötzlich schlecht – sie wird es leise

Bremsen verschleißen bei jedem Tritt aufs Pedal, gleichmäßig und unauffällig. Genau darin liegt die Tücke: Der Bremsweg wächst in kleinen Schritten, und weil Sie sich an das Pedalgefühl gewöhnen, fällt es Ihnen nicht auf. Vier Dinge passieren dabei gleichzeitig.

Belag und Scheibe verschleißen als Paar

Beim Bremsen wird Bewegung in Wärme umgewandelt – und dabei reibt sich beides ab, der Belag und die Scheibe. Wer nur Beläge wechselt, presst neues Material gegen eine bereits eingelaufene Fläche. Die tragende Fläche wird kleiner, die Bremse spricht schlechter an, und die neuen Beläge sind schneller wieder hinüber.

Bremsflüssigkeit zieht Wasser aus der Luft

Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch: Sie nimmt über die Jahre Feuchtigkeit auf, auch im geschlossenen System. Wasser senkt den Siedepunkt. Bei starker Belastung – langer Abfahrt, Anhänger, Stadtverkehr mit voller Beladung – kann die Flüssigkeit dann örtlich verdampfen. Dampf lässt sich zusammendrücken, Flüssigkeit nicht: Das Pedal geht weich durch, obwohl mechanisch alles heil ist.

Wenig gefahrene Autos rosten fest

Steht ein Fahrzeug viel, setzen sich Führungen und Kolben durch Korrosion fest. Der Sattel gibt die Beläge dann nicht mehr frei. Die Folge ist eine Bremse, die auf einer Seite schleift und auf der anderen kaum arbeitet – das Auto zieht beim Bremsen, die Scheibe wird heiß und verzieht sich.

Ungleiche Bremskraft spürt man erst zu spät

Ob links und rechts gleich stark verzögern, lässt sich am Pedal nicht fühlen. Auf dem Bremsenprüfstand rollt jedes Rad einzeln in einer Rolle, und die aufgebrachte Kraft wird gemessen. Erst diese Zahlen zeigen, ob eine Seite nachlässt – und ob die Handbremse noch hält, was sie soll.

Aufbau

Was an einer Radbremse zusammenspielt

Auseinandergezogen wird deutlich, wie wenige Teile es sind – und wie sehr sie voneinander abhängen. Fällt eines aus der Reihe, arbeiten alle anderen falsch mit.

Bremsenservice in der Werkstatt – mit künstlicher Intelligenz erzeugtes Bild
Mit künstlicher Intelligenz erzeugtes Bild – keine Aufnahme aus unseren Werkstätten
Explosionszeichnung einer Radbremse mit Nabe, Scheibe, Belägen, Sattel, Halter und Bremsschlauch
Der Kolben im Sattel (5) drückt die Beläge (3, 4) gegen die Scheibe (2), die auf der Nabe (1) sitzt. Damit das gleichmäßig geschieht, muss der Sattel auf seinen Führungen (6) frei gleiten können – sonst trägt nur ein Belag. Der Druck kommt über den Schlauch (7) vom Pedal. Rot markiert sind die Reibflächen: die Teile, die planmäßig verschleißen und deshalb gemessen werden.

Anzeichen

Anzeichen, mit denen Sie zu uns kommen sollten

  • Quietschen, Schleifen oder ein metallisches Kratzen beim Bremsen
  • Das Lenkrad oder das Pedal rubbelt, wenn Sie stärker verzögern
  • Das Pedal fühlt sich weich an oder lässt sich weiter durchtreten als früher
  • Das Auto zieht beim Bremsen leicht zur Seite
  • Die Warnleuchte für Bremsbeläge oder Bremsflüssigkeit ist an
  • Ein Rad ist auffällig stärker mit Bremsstaub belegt als das andere
  • Die Handbremse hält den Wagen am Berg nicht mehr sicher
  • Nach längerer Standzeit bremst der Wagen zunächst ungleichmäßig
Bremsenservice: das Bauteil aus der Nähe

Arbeitsschritte7 Schritte

So gehen wir vor

  1. 01Rad abnehmen, Sichtprüfung von Belägen, Scheiben, Sattel, Leitungen und Schläuchen.
  2. 02Messen: Belagstärke und Scheibenstärke, dazu Zustand der Führungen und Manschetten. Verglichen wird mit der Vorgabe des Herstellers für Ihr Fahrzeug.
  3. 03Bremsflüssigkeit prüfen – Wassergehalt und Zustand entscheiden, ob ein Wechsel nötig ist.
  4. 04Messfahrt auf dem Bremsenprüfstand: Bremskraft an jedem Rad einzeln, Differenz zwischen links und rechts, Wirkung der Handbremse.
  5. 05Befund und Kostenübersicht – bevor wir etwas tauschen, wissen Sie, was nötig ist und was es kostet.
  6. 06Austausch mit Teilen in Erstausrüsterqualität, Führungen und Sitzflächen gereinigt, Anzugsdrehmomente nach Herstellervorgabe.
  7. 07Probefahrt zum Einbremsen, anschließend erneute Messung auf dem Prüfstand und schriftliche Dokumentation.

Nachgefragt3 Fragen

Das werden wir oft gefragt

Müssen die Scheiben immer mitgewechselt werden?

Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist das gemessene Maß und der Zustand der Fläche – Riefen, Rostkanten oder ein sichtbarer Grat. Liegt die Scheibe noch sicher innerhalb der Vorgabe und läuft sauber, bleibt sie drin. Wir sagen Ihnen den Messwert, dann entscheiden Sie mit.

Warum quietscht eine neue Bremse manchmal?

In den ersten Kilometern müssen sich Belag und Scheibe aufeinander einschleifen; dabei sind Geräusche normal, vor allem bei Feuchtigkeit und kalter Bremse. Quietscht es nach dem Einbremsen weiter, gehört das geprüft – meist stecken Dämpfungsbleche, Führungen oder eine ungleiche Anlage dahinter.

Kann ich bei Ihnen nur die Bremsen prüfen lassen, ohne Reparatur?

Ja. Die Messung auf dem Prüfstand können Sie einzeln beauftragen – zum Beispiel vor einem längeren Urlaub, beim Autokauf oder wenn Sie einer anderen Werkstatt gegenüber eine zweite Meinung möchten. Sie bekommen die Werte schriftlich.

Termin

In welcher Filiale möchten Sie vorbeikommen?

Rufen Sie kurz an – für Bremsenarbeiten finden wir meist noch am selben oder am nächsten Tag einen Platz. Sagen Sie einfach, welche Filiale Ihnen näher liegt.

Berlin & Brandenburg

Zwei Werkstätten,
ein Anspruch

Beide Standorte arbeiten nach denselben Vorgaben, mit denselben Diagnosegeräten und demselben Anspruch an saubere Arbeit. Kommen Sie dorthin, wo es Ihnen besser passt.

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